Ziel:

Feststellung und Beschreibung quantifizierbarer und erlebter Veränderungen im Jobcoachingprozess in Bezug auf die Leistungsfähigkeit der/des Coachee und der betrieblichen Teilhabe.

 

Vorgehen:

Eine quantitative Erhebung wird mit der Mini-ICF-APP-Selbstbeurteilung sowie mit dem Fragebogen zur betrieblichen Integration (FBI) bei der Fallgruppe 3 zu Beginn (Abschnitt 1: Einschaltung - IFD oder Abschnitt 5: Kennenlernen - Jobcoaches) und am Ende (Abschnitt 11: Abschluss) der JobcoachingAP-Maßnahme durchgeführt.

Über den FBI:

Der FbI (Fragebogen zur Erhebung betrieblicher Integration von Menschen mit Behinderung bzw. Mitarbeiter*innen wurde im Jahre 2018 von Lea Diekmann (Jobcoach, Ergotherapeutin) im Rahmen ihrer Bachelorarbeit entwickelt. Ziel der Bachelorarbeit war, einen ersten, möglichst praxisnahen Entwurf eines Fragebogens zur Erhebung betrieblicher Integration aus subjektiver Sicht der Mitarbeiter*innen mit Behinderung zu entwerfen. 
Der Fragebogen sollte auf Grundlage von bereits vorhandener Literatur zum Thema betriebliche Integration erstellt werden. Die
Literaturrecherche in den Datenbanken Livivo, Sowiport und PsychINFO ergab keine Treffer und wurde daher eingestellt. Aus
diesem Grund wurde als primäre Quelle die vorangegangene Masterarbeit zum Thema „Das Erleben von betrieblicher
Integration – Eine qualitative Studie“ von Winterhager (2017) zur Konstruktion des Fragebogens verwendet. Mittels Interviews mit Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen wurden Items für den ersten vorläufigen Fragebogen generiert. Dabei orientierte sich die Ausarbeitung an den gültigen wissenschaftlichen Testgütekriterien nach Moosbrugger und Kelava (2012). Im
weiteren Verlauf wurde der vorentworfene Fragebogen evaluiert.
Hierfür wurden vier Jobcoaches rekrutiert, um an einem Gruppendiskussionsverfahren teilzunehmen. Der abschließend
entwickelte FbI-Mitarbeiter*innen richtet sich an alle Mitarbeiter*innen und kann in allen Arbeitsbereichen angewendet
werden.

Quellen: 
Diekmann L. (2018). Entwicklung eines Fragebogens zur Erhebung betrieblicher Integration von Menschen mit
Behinderung. Unveröffentl. Bachelorarbeit, hsg Hochschule für Gesundheit Bochum.
Winterhager K. (2017). Das Erleben betrieblicher Integration – Eine qualitative Studie. Unveröffentl. Masterarbeit, HAWK
Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminen/ Göttingern.
 

Über die Mini-ICF-APP-Selbstraiting:

Die Mini-ICF-Selbstrating ist ein Kurzinstrument zur Selbstbeurteilung von Aktivitäts- und Partizipationsbeeinträchtigungen bei psychischen Erkrankungen. Das Erhebungsinstrument wurde in Anlehnung an die internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) der Weltgesundheitsorganisation entwickelt. Es eignet sich zur Selbsteinschätzung der aktuellen Fähigkeiten einer/s Coachee:s (oder „von Coachees“) sowie zur Veränderungsmessung, bspw. in der Mitte oder am Ende der Maßnahme. Es kann sowohl zur Erfassung des Bedarfs sowie zur Planung von Maßnahmen zur Prävention, Gesundheitsförderung und Unterstützung bei der Partizipation am gesellschaftlichen und beruflichen Leben eingesetzt werden.

Quelle: 
Linden M., Baron S., Muschalla B., Ostholt-Corsten M. (2018). Mini-ICF-APP-S. Ein Selbstratingbogen zu 13 psychischen Fähigkeiten analog zum Fremdrating Mini-ICF-APP.

Hier erhalten Sie Informationen und können sich die Durchführung über das Mini-ICF-Selbstraiting in einem Video anschauen.

Hier finden Sie Informationen für IFD-Fachkräfte zur Studiendurchführung.

Hier können Sie die PDF-Version der Mini-ICF-APP-Selbstbeurteilung herunterladen.

Außerdem können Sie über den QR-Code oder den Link auf die Online-Version der Mini-ICF-APP Selbstbeurteilung zugreifen. Diese ist jedoch nur für IFD-Fachkräfte aus Niedersachsen vorgehsehen.

Ein weiteres Vorgehen, um die Veränderungen durch das JobcoachingAP zu erheben, ist die Auswertung der Falldokumente der abgeschlossenen Fälle im JobcoachingAP. Hierzu werden die Ziele zu Beginn und zum Ende der Maßnahme miteiander verglichen und überprüft, welche davon erreicht wurden und welche nicht.